Ein Blick zurück: free flow festival 2022
Was liebe ich im Moment am meisten? Welche Themen wollte ich schon immer mal erforschen? Mit wem kann ich meine Vision verwirklichen?
Diese und andere Fragen begleiteten die Künstler*innen unseres artist pools bei der Entstehung eines neuen Festivalformats: dem free flow festival.
Das kuratorische Motto: verfolgen, was die*der Künstler*in für relevant hält.
Das Ziel: Projekte anstossen, weiterführen und erproben, die eine lange Reise in der nationalen und internationalen Kunst- und Musikszene antreten werden.
Konzerte
- 14.07.
20 UhrMusikalisches Pingpong
Provitreff20 UhrProvitreffWie beim Rundlauf im Tischtennis spielen sich die Musiker*innen gegenseitig den Ball zu, stellen sich vor, geben den Ton für die*den nächsten Musiker*in an, versetzen Musik und Kreativität in Schwingung. Hier beginnt das free flow festival.
mit allen am free flow festival beteiligten Künstler*innen
- 14.07.
21 UhrSchleife der Schleife
Provitreff21 UhrProvitreffSoziale Medien und Zoom-Konferenzen, Google anstatt Lexikon, Konzerte via Videostream – die Digitalisierung ist kein Trend mehr, sondern längst zur Normalität geworden. Was macht es mit klassischer Klaviermusik, wenn man den Resonanzraum des Flügels erweitert, die Klänge mit Loopmaschinen digital reproduziert? Geprägt und doch befreit von klassischen Konventionen, mutieren diese zu virtuellen Mitspielern ihrer selbst, können endlos wiederholt, übertragen oder verfremdet werden. Ist das noch ein klassisches Konzert, ein Electronic-Set im Club – oder etwas ganz anderes?
mit
Simon Bucher – Klavier
Mischa Cheung – Klavier
Simon Häni – Sound - 15.07.
17 UhrUrklang
Provitreff17 UhrProvitreffNach einem langen und erfüllenden Studium des klassischen Gesangs auf der Suche nach dem "perfekten" Klang erkannte die Mezzosopranistin Anna Nero, dass ihr eigenes Timbre für ihre Ohren einfach nur grün klang und dass sie dies akzeptieren sollte.
Das Timbre ist sehr persönlich, da es durch die Anatomie der Resonanzräume, den Zustand des Rachens, der Mundhöhle und der Nasenhöhle geformt wird. Aber auch die Stellung der Zähne, die Zungengröße und die Lippenform beeinflussen den Klang.
In diesem Projekt zelebrieren die Künstler gemeinsam mit Huguette Tolinga, Thomas Niggli, Sekou Keita und Saliou Kouate ihre ganz eigenen Klänge, eine Mischung aus verschiedenen Kulturen und Identitäten.
mit
Anna Nero - Mezzosopranistin
Sekou Keita - Tanz
Saliou Kouate - Schlagzeug
Thomas Niggli - Sitar
Huguette Tolinga - Schlagzeug - 15.07.
19 UhrDas ununterbrochene Lied für die Stadt
Provitreff19 UhrProvitreffCongolese music archives revisited.
An ode to compromise, the uninterrupted song for the city traverses the history of musical and cultural dispersion, which began with the slave trade in the Kongo kingdom and its surroundings and continued later with the colonial destructuring of traditional Congolese societies. The city is the supreme place of what the colonial authorities called an extra-customary zone, to signify that individuals living there had left the local socio-political and economic frameworks and were therefore embracing the new order of things carved out according to the catechism of modernity. The city thus becomes the place of compromise which, with time and the hold of the new political order and its economy, will be the reason for everything.
Kinshasa, the city of Congolese cities, is thus a vast entity that is both fiercely centred on itself and largely turned outwards. This is the heart of the compromise set up as a fertilising principle. This is where things, goods, people, rhythms, words, sensitivities, minerals, songs will leave from now on, and this is where everything will return transformed, to continue the process of transformation of oneself and the world. Compromise is positive and becomes a ferment of renewal of the imaginary.
This work, which is part of The Improbable Memorial, a commemorative fiction that the artist has been building for two years, revisits songs and scores produced according to the culture and pre-colonial knowledge of the different regions of Congo. Selected from the sound collection of the Africa Museum in Brussels, they are the traces of practices and performances that have almost disappeared, having not resisted the development of the cities, while some of them were forbidden by the colonial authorities. They are then confronted, through an artificial intelligence, with the forms of music developed later, with the contact between the rhythms of slaves from Congo Square in New Orleans and composers of European classical music, Afro-American culture and contemporary urban cultures. The result is a symphony of synthesis and expansion that can be played live with musicians.
mit
Sinzo Aanza – Kreation & Installation
Vincent Glanzmann – Perkussion
Huguette Tolinga – Perkussion
Vladimir Petrov – AI Artkuratiert von Sinzo Aanza & Hiromi Gut
- 15.07.
21 UhrSevdalinke in Bewegung
Park Platz21 UhrPark PlatzSevdalinke könnte man als die klassische Musik Bosniens bezeichnen. Die melancholischen Liebeslieder entstanden unter dem Einfluss des Osmanischen Reiches in dieser Region im 15. Jahrhundert.
Die unerfüllte Sehnsucht in diesen Liedern ist von einer ewigen Spannung geprägt, wie die junge Frau, die sehnsüchtig ihren Arm nach ihrem unerreichbaren Geliebten ausstreckt.
Die Sängerin Jelena Dojčinović und der Akkordeonspieler Nermin Tulić fragten sich, wie diese bittersüsse Spannung durch andere Elemente als Musik ausgedrückt werden könnte – und wandten sich an die Tänzer*innen Graciela Martinez und Neel Jansen, die selbst erfahren haben, was es bedeutet, weit voneinander entfernt zu sein. Mit ihren Körpern erzählen sie die Geschichten dieser Liebenden und verwandeln die Musik in eine neue Erfahrung.
mit
Jelena Dojčinović – Sopran
Neel Jansen – Tanz
Nermin Tulić – Akkordeon
Graciela Martinez Arribas – Tanz - 16.07.
19 UhrSchwimmer innen
Provitreff19 UhrProvitreffEine Yangqin-Spielerin, eine Sängerin und zwei Sensormusiker kommen zusammen, um "Float Inside" aufzuführen. Gemeinsam kreieren sie eine Fusion aus Drone-Musik, chinesischem und Schweizer Folk und zeitgenössischem Ambient. Ein intensives Erlebnis, das hypnotisiert und entspannt.
mit
Luc Gut & Rolf Hellat – OSZILOT
Michaela Unsinn – Mezzosopran
Chengyi Wang – Yangqin - 16.07.
21 UhrBlack Pitch - Stellplätze im Exil
Provitreff21 UhrProvitreffWillkommen zu einer Nacht mit Black Pitch & Gästen. Exil-Frequenzresonanz. Die Amplitude der dekodierten Stimmen. Die Amplitude von Stimmendecodern. Eine Erfahrung des Zuhörens in einem safer space.
mit
tracy september – Electro, Gesang
siavash namehshiri – Electro, Gesang
und Gäste - 17.07.
15 UhrAuto-Überraschung
geheimer Standort15 Uhrgeheimer StandortÜberraschungen haben es schwer in Zeiten, in denen wir schon Monate im Voraus wissen, was wir mit wem zu Abend essen, in denen ein Algorithmus bestimmt, was uns auf Spotify als nächstes vorgesetzt wird, in denen ein Termin, ein Zoom-Meeting, ein Tinder-Date das nächste jagt.
Wir wollen euch einladen, aus dem Strudel des Vorgesehenen auszubrechen, euch drei Stunden auf Unbekanntes Terrain zu begeben und euch auf Neues einzulassen. Gemeinsam mit steigen wir in einen Bus, der uns an die verschiedensten Orte in und um Zürich bringt. Was wo passiert, welche Klänge, welche Interventionen, welche Künstler*innen euch erwarten, bleibt bis zuletzt eine Überraschung.
- 17.07.
19 UhrEssen und Zuhören
Zentralwäscherei19 UhrZentralwäschereiguerillaclassics spannt zusammen mit dem Verein Essen und Zuhören. Der performative Kochworkshop lädt einmal im Monat eine Protagonistin zum Gespräch ein. Frauen der Generation unserer Mütter oder Grossmütter teilen Geschichten und Einblicke, denen nicht oft genug zugehört wird – die Teilnehmenden kochen, hören zu, reden mit. Wir heben das Zuhören auf die nächste Stufe, hören nicht nur den Geschichten des Duos grassblues zu, sondern lauschen nach dem gemeinsamen Dinner auch Saadet Türköz' und Julian Sartorius' Liedern.
mit
GrassBlues (Saadet Türköz, Gesang & Julian Sartorius, Perkussion)


